TRT

Aufklärungsbogen zur Testosteron-Ersatztherapie (TRT) via Telemedizin

gemäß § 630e BGB, § 7-8 MBO-Ä in Verbindung mit den Regelungen der Ärztekammer Nordrhein/Westfalen


1. Behandelnder Arzt

Nachname, Vorname: Teipel, Marc Dieter

Kammerzugehörigkeit: Ärztekammer Nordrhein Westfalen

Praxis/Institution: Doctrinus Telemedizin GbR

Kontakt: privatrezepte@doctrinus.de


2. Medizinische Informationen zur TRT

Die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) ist eine medizinische Maßnahme zur Behandlung eines nachgewiesenen Testosteronmangels (Hypogonadismus). Die Therapieform (z. B. Gel, Injektion, Applikationsweg und Dosierung) wurde individuell mit mir besprochen.

Indikation / Gründe für die Therapie
- Klinisch und labordiagnostisch (siehe Blutwerte) gesicherter Hypogonadismus
- Symptome (siehe Fragebogen)
- Ausschluss anderer Ursachen

Ich habe die Informationen unter Punkt 2 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.


3. Kontraindikationen / Ausschlusskriterien

Die TRT ist bei folgenden Befunden nicht indiziert (!) oder kontraindiziert
- Bekannter oder vermuteter Prostatakrebs oder Mammakarzinom
- Polyzythämie (Hämatokrit >54 %)
- Unbehandeltes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
- Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III–IV)
- Ungeklärte PSA-Erhöhung
- Leberadenome / Leberfunktionsstörungen (je nach Präparat)
- Aktive Thromboembolien

Ich habe die Informationen unter Punkt 3 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.


4. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Die folgenden möglichen Risiken und Nebenwirkungen wurden im Rahmen der Testosteron-Ersatztherapie (TRT) aufgeführt und werden hiermit genauer erläutert:

4.1 Hautveränderungen / Akne
Testosteron erhöht die Talgproduktion über die Aktivierung von Androgenrezeptoren in den Talgdrüsen. Dies kann insbesondere im Bereich von Rücken, Brust und Gesicht zu Akne führen. Betroffene sollten auf eine gute Hautpflege achten. Eine dermatologische Begleittherapie kann sinnvoll sein.

4.2 Hämoglobin-/Hämatokrit-Erhöhung → Risiko für Thrombosen
Testosteron regt die Bildung roter Blutkörperchen an. Dies kann zu einer Erhöhung des Hämatokrits führen. Ein zu hoher Hämatokrit-Wert erhöht das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle und Herzinfarkte. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind daher notwendig.

4.3 Wasserretention / Ödeme
TRT kann zu vermehrter Natrium- und Wasserretention führen. Dies äußert sich mitunter in geschwollenen Knöcheln oder Händen. In Einzelfällen kann eine salzarme Ernährung oder eine medikamentöse Entwässerung angezeigt sein.

4.4 Libidoveränderungen (↑ oder ↓)
Die Libido kann sich sowohl steigern als auch – paradoxerweise – verringern. Eine verminderte Libido unter TRT kann auf ein hormonelles Ungleichgewicht oder andere Ursachen hinweisen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

4.5 Schlafapnoe (Verschlechterung möglich)
Testosteron kann eine bestehende Schlafapnoe verschlechtern oder begünstigen. Patienten mit bekannten Atemstörungen sollten engmaschig überwacht werden.

4.6 Reversible Unfruchtbarkeit / Spermienreduktion
Exogenes Testosteron unterdrückt die körpereigene LH- und FSH-Produktion, was zu einer verminderten Spermienproduktion und in vielen Fällen zu reversibler Unfruchtbarkeit führt.

4.7 Erhöhung von PSA-Werten / Risiko für Prostataveränderungen
Testosteron kann den PSA-Wert erhöhen. Obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen TRT und Prostatakrebs nicht eindeutig belegt ist, sollte der PSA-Wert regelmäßig kontrolliert werden.

4.8 Gynäkomastie (Brustgewebevergrößerung)
Durch eine verstärkte Umwandlung von Testosteron in Östrogen (Aromatase) kann es zu einer Brustgewebevergrößerung kommen. In einigen Fällen ist eine medikamentöse oder chirurgische Behandlung erforderlich.

4.9 Stimmungsveränderungen
TRT kann die Stimmung beeinflussen. Mögliche Effekte reichen von verbesserter Stimmungslage bis hin zu Reizbarkeit, Aggressivität oder Hypomanie. Eine ärztliche Begleitung ist wichtig.

4.10 Arzneimittelinteraktionen
Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente können Wechselwirkungen auftreten.
Relevante Beispiele:
- Gerinnungshemmer (z. B. Phenprocoumon): INR-Veränderungen möglich
- Glukokortikoide / Insulin: Stoffwechselinteraktionen
- Schlaf- oder Psychopharmaka: Verstärkung unerwünschter Wirkungen
Bitte teilen Sie uns regelmäßig Ihre Medikation mit.

4.11 Verhalten bei akuten Nebenwirkungen
Bei plötzlich auftretenden Beschwerden wie:
- Atemnot
- massiven Ödemen
- Sehstörungen
- Brustschmerzen
- neurologischen Symptomen
brechen Sie die Anwendung ab (!) und kontaktieren Sie unverzüglich den behandelnden Arzt oder den Notdienst unter 112.

Ich habe die Informationen unter Punkt 4 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.


5. Alternativen zur TRT

Die folgende Übersicht beschreibt mögliche Alternativen zur Testosteron-Ersatztherapie. Diese sind individuell abzuwägen und sollten bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden:

5.1 Keine Behandlung / Beobachtung
Bei leichtem Testosteronmangel oder unspezifischen Symptomen kann eine abwartende Haltung sinnvoll sein. Regelmäßige Kontrollen und Beobachtung des Befindens stehen hierbei im Vordergrund.

5.2 Psychotherapie / Stressbewältigung
Da viele Symptome eines Testosteronmangels auch psychischer Natur sein können, kann eine gezielte Psychotherapie oder Stressbewältigung hilfreich sein.

5.3 Lebensstilmodifikation (z. B. Ernährung, Sport, Schlaf)
Veränderungen in Ernährung, regelmäßiger Sport (insbesondere Krafttraining), ausreichend Schlaf und Stressreduktion können die körpereigene Testosteronproduktion positiv beeinflussen.

5.4 Behandlung anderer Grunderkrankungen (z. B. Schilddrüse, Depression, Adipositas)
Ein Testosteronmangel kann sekundär durch andere Erkrankungen entstehen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Depression, Adipositas). In solchen Fällen sollte die Grunderkrankung vorrangig behandelt werden.

Ich habe die Informationen unter Punkt 5 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.


6. Informationen zur Telemedizinischen Behandlung

6.1 Was bedeutet telemedizinische Behandlung?
Telemedizinische Leistungen werden unter Einsatz von Kommunikationsmedien wie Video, Telefon oder – ergänzend - sicherem Chat durchgeführt. Dies kann die Anamnese, Beratung, Verlaufskontrolle, Rezeptausstellung und – im Rahmen der rechtlichen Vorgaben – auch Diagnosestellung und Therapieplanung umfassen.

6.2 Voraussetzungen und Grenzen
Die ausschließliche Fernbehandlung ist nur dann zulässig, wenn sie ärztlich vertretbar ist und das erforderliche Maß an Sorgfalt gewahrt bleibt. Es muss sichergestellt sein, dass durch die ausschließliche Fernbehandlung keine Nachteile für Ihre Gesundheit entstehen. Sollte eine körperliche Untersuchung erforderlich oder medizinisch geboten sein, werden wir Sie hierüber informieren und gegebenenfalls an eine geeignete ärztliche Stelle vor Ort verweisen.

6.3 Chancen und Vorteile
Zeit- und ortsunabhängiger Zugang zur ärztlichen Beratung.
Schnelle Erreichbarkeit bei Fragen oder Problemen.
Niedrigere Zugangshürden für Patienten mit eingeschränkter Mobilität.

6.4 Risiken und Einschränkungen
Begrenzte Diagnostikmöglichkeiten ohne körperliche Untersuchung.
Technische Probleme (z. B. Verbindungsabbrüche).
Einschränkungen bei der Beurteilung nicht sichtbarer Symptome oder Befunde.

6.5 Datenschutz und Dokumentation
Die Kommunikation erfolgt über sichere, zertifizierte Systeme gemäß geltenden Datenschutzvorgaben (DSGVO). Ihre medizinischen Daten und die Inhalte der telemedizinischen Beratung werden gemäß § 630f BGB dokumentiert und in Ihrer Patientenakte gespeichert. Der Zugriff ist nur befugten Personen gestattet.

6.6 Einwilligung zur telemedizinischen Behandlung
Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass Sie über Art, Ablauf, Risiken und Alternativen der telemedizinischen Behandlung umfassend informiert wurden und der Durchführung zustimmen. Sie haben jederzeit das Recht, Fragen zu stellen oder eine telemedizinische Behandlung abzulehnen.

Ich habe die Informationen unter Punkt 6 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.
Die ärztliche Beratung erfolgte über Video und/oder Sprache und ergänzende schriftliche Materialien.
Ich konnte Rückfragen stellen und hatte ausreichend Zeit zur Überlegung.
Ich wurde über die Chancen und Grenzen der Telemedizin informiert.
Ich wurde darüber informiert, dass eine körperliche Untersuchung ggf. notwendig sein kann.


7. Einwilligung

Ich bestätige, dass ich verständlich und vollständig über die TRT (Testosteronersatztherapie) und deren Risiken, Alternativen, Verlauf sowie über die telemedizinische Behandlung aufgeklärt wurde und dass ich alle meine Fragen stellen konnte und diese beantwortet wurden. Ich wünsche die Durchführung der Therapie freiwillig und ich bin mit der Durchführung der Behandlung über Telemedizin einverstanden. Außerdem stimme ich der elektronischen Dokumentation und Verarbeitung meiner Daten zu. Im Falle einer fortgesetzten TRT ist eine wiederholte Aufklärung über Risiken, aktuelle Befunde, neue Kontraindikationen oder Therapiealternativen mindestens einmal jährlich oder bei Therapieänderung vorgesehen. Dies kann ebenfalls telemedizinisch erfolgen.

Ich habe die Informationen unter Punkt 7 verstanden und hatte Gelegenheit, Rückfragen zu stellen.
Ich erkläre mich mit der Durchführung der Behandlung einverstanden.
Ich habe verstanden, dass bei Langzeittherapie eine jährliche Re-Aufklärung erfolgt.